3/29/2005 10:53:00 AM|W|P|Zeljko Peratovic|W|P|
Radio B92, Katarsis (Real Audio Stream) Samstag, den 17. Mai 2003
Der Zagreber Verleger Slavko Goldstein, Ratspräsident der Gedenkstätte Jasenovac, weist hin, dass in Jasenovac, nach einem halben Jahrzehnt des Schweigens, Voraussetzungen geschaffen wurden, um den politischen Missbrauch der Opfer nicht nur des Ustasa-Regims sondern auch derjenigen begangen nach dem Zweiten Weltkrieg zu beenden. Es ist Zeit, wie Goldstein betont, für die kroatische Katharsis, aber nicht nur für die kroatische... Gast: Slavko Goldstein Gastgeber: Jasna Jankovic, Zeljko Peratovic B92: In der Sendung, die wie jeden Samstag auf dem Program des Radios B92 der „Katharsis“ gewidmet ist, habe ich die Ehre, Ihnen Herrn Slavko Goldstein vorzustellen. Er wird uns über den kroatischen Weg zur Katarsis berichten. Zeljko Peratovic sprach mit Herrn Goldstein in Zagreb. Herr Goldstein promovierte letzte Woche Bücher aus der Edition „Kameni cvijet“ („Die steinige Blume“). Da es sich bei „Der steinigen Blume“ um ein materialisiertes Symbol des Konzentrationslagers Jasenovac handelt, wurde durch diese Promotion der 58-jährige Gedenktag der Flucht der Häftlinge aus diesem berüchtigten Ustasa-Konzentrationslager gefeiert. Dieses Konzentrationslager wurde in der Zwischenzeit ein Mythos, und als solches Gegenstand politischen Missbrauchs. Diesen Sonntag haben Stjepan Mesic und Ivica Racan, sowie die Delegation mit Nenad Canak, Jasenovac besucht. Die Mitglieder der Vereinigung der Roma aus Serbien und Montenegro waren nicht anwesend, weil ihnen, so wurde es ungeschickt erklärt, kein Visum erteilt werden konnte. „Gerade hier in Jasenovac, möchte ich als Präsident der Republik Kroatien mein ganz tiefes Beileid bekunden, für die unschuldigen Opfer die ermordet wurden von Seiten derjenigen, welche die Idee des kroatischen Staates missbraucht haben als Deckung für die Morde, Plünderungen und Verfolgungen, begangen wann auch immer und in welchem Kontekst auch immer. Das kroatische Volk ist nicht und darf nicht Geisel derjenigen sein, die mit ihren Verbrechen den kroatischen Namen besudelten.“ sagte Stjepan Mesic. Der Zagreber Verleger Slavko Goldstein, Ratspräsident der Gedenkstätte Jasenovac, weist im Interview für B92 hin, dass in Jasenovac, nach einem halben Jahrzehnt des Schweigens, Voraussetzungen geschaffen wurden, um den Missbrauch der Opfer nicht nur des Ustaša-Regims sondern auch derjenige begangen nach dem Zweiten Weltkrieg zu beenden. Es ist Zeit, wie Goldstein betont, für die kroatische Katharsis, aber nicht nur für die kroatische... Goldstein: Dies ist wirklich ein Versäumnis. Sprechen wir über die Schuld, natürlich zeigen sich da auch Bleiburg und der Kreuzweg. Doch meiner Ansicht nach, liegt eine viel grössere Schuld darin, dass die Regierung über 45 Jahre lang nicht erlaubt hatte, dass irgendetwas über dieses Thema gesagt wurde. Anderseits erlaubte sie die Manipulation mit den Opfern von Jasenovac und hat sich nie bemüht, die wahre Opferzahl zu ermitteln. Darum befinden wir uns nun in dieser Situation, nach 45 Jahren des Schweigens, man schwieg, wie sie wissen, auch über Goli Otok. Man hätte Jasenovac normal behandeln und die wahre Opferzahl von Jasenovac und überhaupt des Ustasa-Genozids ermitteln sollen. Jetzt etwas zu erfahren wird immer schwieriger. Und hätte man über Bleiburg und den Kreuzweg historisch gesehen objektiv geschrieben, hätte es Diskussionen, Meinungsverschieden-heiten ja sogar vielleicht Proteste von manchen Partisanen-Offiziere gegeben, aber die Öffentlichkeit hätte eine Katharsis erlebt und wir hätten heute weniger Probleme in den serbo-kroatischen Verhäl-tnissen. Die Serben in Kroatien waren unter dem Eindruck des ungeklärten und ausmanipulierten Jahres 1941, die Kroaten unter dem Eindruck des ausmanipulierten Jahres 1945. Schon diese Gedenkfeier in Jasenovac und Bleiburg hat gezeigt, dass während in Bleiburg zur Tudjmans Zeit Gedenkfeiern stattfanden, Jasenovac minimalisiert und verschwiegen wurde. Sogar die Öffentlichkeit ist sich der Grösse der Greultat in Jasenovac bewusst, aber auch dass in Bleiburg ein Verbrechen begangen wurde, nicht in der Grössenordnung, wie man es die letzten Jahre aufzeigen wollte, aber dennoch ein Verbrechen. Es wird sehr viel relativisiert und zu schnell werden begangene alte Verbrechen bei Seite geschoben. Relativisiert werden Verbrechen aus dem Jahr 1941 oder 1945 oder wenn sie wollen 1949, aber auch aus dem Jahr 1991 oder 1995. Hätte man in der Gesellschaft ein klares Bild über die tiefen Wurzeln sowie schwerwiegenden Folgen begangener Verbrechen aus dem Jahr 1941, aber auch 1945 geschaffen, mit grosser Wahrscheinlichkeit hätte es so manch hässliche Sachen im Jahr 1991 oder 1991 nicht gegeben. Dies ist eine rein pragmatisches Vorhaben der Wahrheitsfindung. Dennoch, hat dies auch eine tiefere moralische Dimension. Ich würde dies, sehr metaphorisch gesprochen, aber auch ein bisschen schlicht, als Auswurzeln der Wurzeln des Bösen, umschreiben. Die Wurzeln des Bösen sind unheimlich tief, wie auch das Böse selbst in der Gesellschaft und dem Mensch als Individuum. Ein definitive Antwort ist schwer zu finden. Es gibt Bücher die umschreiben das Böse im Menschen als etwas angeborenes. Das Böse ist dem Menschen eigen, durch die Zivilisation gezähmt. Die Anatomie der menschlichen Destruktion analisiert all diese Theorien. Ich werden nicht so weit gehen, jetzt oder überhaupt über dieses Thema zu diskutieren. Es handelt sich um das unmittelbare Böse, auf diesen Gebieten im Jahre 1941 enstanden, welches bis zum Ende nicht aufgeklärt wurde. So kam es gerade wegen dieses Bösen zur Kettenreaktion solchen Verhaltens, dh. zur Ermordungen von Menschen anderer Religion, Nation, Rasse oder Meinung. Seit 1941 wird dies hier als Teil des politischen Kampfes angesehen. Natürlich denke ich nicht, dass es vor dem Jahr 1941 kein Böses gab, doch erst 1941 hat das Ustasa-Regime als Erstes offiziel mit dem politischen Morden Nichtgleichgesinnter, der Politik des Genocids angefangen. Bis dahin gab es natürlich Verhaftungen, sogar Ermordungen seitens der Polizei im alten Jugoslawien, in der Österreich-Ungarischen Monarchie; es gab auch individuelle politische Aus-einandersetzungen, aber keine Regierung, keine Macht hat mittels Gesetze das Böse vorgeschrieben, z.B. Gesetze über die Tötung von Geiseln. Die im Jahre 1945 stattgefundenen Ermordungen auf dem Bleiburg und dem Kreuzweg sind auch Verbrechen, aber eine andere Art von Verbrechen. B92: Slavko Goldstein, der auch der Präsident der Zagreber Judengemeinde und Präsident und Gründer der Sozial-liberal Partei war, berichtet, dass auf Grund seiner Untersuchungen in den Konzentrations-lager Jasenovac und Stara Gradiska um die 80'000 und 100'000 Menschen starben, darunter 60'000 Serben. Goldstein: Betreffend der Zahl der Opfer in Jasenovac sind wir mehr oder weniger sicher, dass es sich um 80’000 bis 100'000 handelt. Folgen wir den Berichten des Instituts für Statistik Jugoslawiens und seinen Untersuchungen im Jahre 1964 kommen wir zu einer Zahl von ungefähr Neunzig Tausend. Das Institut hat über neundundfünzig Tausend Namen von umgebrachten Menschen in Jasenovac und Stara Gradiska gezählt und auf Grund einiger Texte gaben sich ein unvollendete Analyse, die wegen verschiedener Gründe beendet wurde. In Belgrad, im Museum für Genozid hat man weitergemacht und auf die Zahl des Instituts für Statistik kam man auf 77.000 Namen. Es wurde eine reale Zahl von umgebrachten Roma ermittelt, eine ziemlich zuverlässige Zahl, weil man in den Provinzarhiven rechechierte. Mein Sohn untersucht und schreibt über den Holocaust und kam zur realen Opferzahl von umgebrachten Juden in Jasenovac. Heute wissen wir auch über die Opferzahl der Bosnier, die vorwiegend nach Gerichtsurteilen umgebracht wurden. Die Zahl der serbischen Opfer ist noch offen, aber nach meinem Dafürwissen ist diese Zahl um die 50'000 vielleicht bis 60'000. Die insgesamte Zahl der serbischen Opfer auf dem Gebiet der NDH beträgt um die 360'000, worunter die Opfer der Partisanen und Chetniks, und Zivilisten mitgezählt wurden. Nach meiner Einsicht, die betreffend der Gebiete von Kordun und ein bisschen von Lika und der Stadt Karlovac ziemlich gross ist, sind mehr Serben vor den Häusern, in den Dörfern, während der Ustasa-Feldzuges ermordet worden, als in Jasenovac selbst. Vor allem sei erwähnt, Tudjman war kein Historiker, obwohl er angeblich seine Doktorarbeit in Geschichte schrieb. Er war eigentlich Politiker, der sein ziemlich grosses Wissen, besonders in zeitgemässer kroatischen Geschichte für politische Agitation missbrauchte. Er aneignete sich dieses Wissen durch stetiges Lesen. Er war auch ein Antifaschist, er sagte, solange er hier wäre, würde kein Ustasoismus durchkommen“ und dann hat er die Geschichte nach seinen pragmatischen politischen Schätzungen neu geschrieben. Eine von seinen Schätzungen war, die Ustasa-Emigration zufriedenzustellen, um von ihnen finanzielle Hilfe zu bekommen. Eine ziemlich kranke Idee war das sog. Vermischen der Gebeine – nach Jasenovac wollte er die Gebeine derer bringen, die bei Bleiburg oder auf dem Kreuzweg umkamen. Dies bedeutete in Jasenovac Leute zu beerdigen, die mordeten. Man darf nicht vergessen, dass inmitten bei Bleiburg in einer grossen Zahl diejenigen umkamen, die in Jasenovac selbst, und nicht nur in Jasenovac, Wächter waren. B92: Slavko Goldstein ist auch Miteigentümer des Verlagshauses „Novi liber“. Vor kurzem hat er gemeinsam mit seinem Sohn Ivo im „Novi liber“ das Buch „Holocaust in Zagreb“, welches sich mit dem Leiden der Juden in Zagreb befasst, veröffentlicht. Mit dem Thema Bleiburg und der Kreuzweg wird Kroatien vor dem Beginn des Krieges 1990 konfrontiert. Bis dahin gab es nur Aussagen derjenigen, die den Kreuzweg von Slowenien bis Makedonien durchlebt hatten. Offiziell, bezeichnete man mit dem Kreuzweg die Rückkehr der gefangengenommenen Domobranen und mobilisierte Ustasas. Da niemand erwähnen durfte, dass sie während des Marsches geschlagen worden sind, schockierten im Jahre 1990 die ersten Berichte über den Kreuzweg, veröffentlicht in den Zeitschriften „Start“, „Danas“ und manchen ausländischen Zeitungen, die Öffentlichkeit. Eigentlich hat man schon im Jahre 1989 und 1990 angefangen über dieses Thema zu schreiben, doch immer weniger waren die Autoren Akademiker, immer mehr gab es autenthische Berichte Überlebender. Dies hatte eine Mythologisierung des Bleiburgs und des Kreuzweges zur Folge. Im Jahre 1991 kommt es zum Krieg.

Die Szene aus dem Drama "Das fünfte Evangelium" von dem Zagreber Dramatiker Slobodan Snajder nach »Das Konzentrationslager an der Save«, dem erst 1999 veröffentlichten Tagebuch von Ilija Jakovljevic.
Goldstein: Der Unterschied zwischen Pavelic und Tito besteht in der Tatsache, dass Pavelic schon vor der Machtübernahme das Verbrechen initiert und beschlossen hatte. Nach der Machtübernahme, begang man sofort mit der Ermordung der Serben, mit ihrer massenhaften Ermordung. Pavelic hat die Ermordung direkt befohlen, dafür gibt es unzählige mittelbare Beweise, keine schriftlichen; doch der grösste Beweis ist, dass Pavelic während der ganzen Zeit den grössten Henker Luburic forsiert, beschützt, gefördert und zuletzt ihm das Oberkommando über die ganze Armee der NDH überreicht hatte. Luburic war ein berüchtigter Verbrecher, der eigenhändig Hunderte ermordert haben soll. Tito hatte eine Vereinbarung mit dem Feldmarschal der Allierten, Alexander, betreffend der Achtung der Genfer Konvention über die gegenseitige Übergabe von Kriegsgefangenen. Vor allem aber, wollte Tito in dieser Zeit Kärnten und Triest dem Jugoslawien angliedern. In diesem Bestreben forsierte er das Vorrücken der Armee, sogar vor den Engländern und es kam zu gewissen Spannung zwischen den Engländer, und im kleineren Masse den Amerikaner, einerseits und der JNA anderseits. Die Gefahr eines offenen Konfliktes, ich möchte nicht sagen Krieges, aber eines Kampfes bahnte sich an. Aus dieser Angespanntheit her war für Tito natürlich klar, dass die Ermordung von Kriegsgefangenen die schon genügend delikate Situation nur noch mehr verschärfen würde. Ausserdem wollte er, dass man die Kriegsgefangenen so gut es geht fair behandelt. Natürlich hatte er eine schlechte Meinung über sie, doch besass er dennoch Rücksicht und war sich bewusst, dass das Gesicht Jugoslawiens und seiner Armee verunreinigt sein würde, wenn sich solche Sachen wirklich ereignen würden. Gerade deswegen befahl Terzic, nach Tito’s Anordnung, am 3. Mai 1945, in einer 17 Punkten-Anweisung, wie mit den Kriegsgefangenen zu verfahren sei. Unterbringung in Lagern, Verhöre, Gerichtsverhandlungen, Achtung der Genfer Konvention waren explizit befohlen. Der Krieg endete am 9. Mai, doch die Ustasas hatten sich nicht ergeben und man hat weiterhin gekämpft. In diesen Kämpfen starben nicht mehr „Partisanen“, sondern „Soldaten der Jugoslawischen Armee“. In der Tobsucht, hatten die Partisanen dh. die Soldaten, angefangen die Kriegsgefangenen zu ermordern, massenhaft, Tausende von ihnen. Tito reagierte am 14. Mai und schrieb eigenhändig einen Brief, der vermutlich als Depesche abgeschickt wurde. Doch das Original blieb erhalten und ich habe es bekommen. Ein Mann hat rechechiert und mir nicht nur eine Kopie des Briefes, sondern überhaupt der ganzen Dokumente geschickt. In diesem Brief schrieb Tito man dürfe die Kriegsgefangenen nicht umbringen, sondern in Lager schicken; die Offiziere des Feindes soll man vor ein Militärgericht stellen, die Soldaten in die Lager, und Zivilisten nach Hause schicken. Ich war in dieser Zeit Partisan in der Zweiten Armee des Koca Popovic, in der Karlovac-Brigade. Im Gefüge dieser Zweiten Armee hatte selbst ich die Gelegenheit die Anordnung des Koca Popovic zu lesen. Es wurde angeordnet, dass Plünderungen in neuerorberten Orten verboten werden und die eventuellen Täter streng bestraft werden. Gerade aufgrund solcher strikter Befehle über das korrekte Verhalten gab es in der Region Karlovac keine Plünderungen von Seiten der Armee. Tito’s Brief hatte nicht diese Schärfe wie seine anderen Anordnungen, aber dennoch eine klare Warnung – ich will dies nicht. Als Luburic und Boban hörten, dass man sich innerhalb von einer Stunde und fünfzehn Minuten übergeben musste, beschlossen sie dies nicht zu tun. Da sie zusammen die Front und den englischen Korps nicht durchbrechen konnten, hatten sie sich wieder Slowenien zurück zugewand und versuchten in diese Richtung fortzuschreiten. Es kam zu Kämpfen und zur erneute Ermordung von Gefangenen. Diese Ermordungen waren ganz klare Verbrechen, Verbrechen ohne Anordnungen, vielleicht mit Anordnung der lokalen Kommandanten. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, dass sich diese Kommandanten einfach und schnell der Gefangenen entledigen wollten, da sie von Tito den Befehl hatten, Kärnten zu erobern. Es handelt sich hierbei um eine Barbarei der Sieger; rachsüchtig und rücksichtslos in dieser Kriegsituation. Die Zivilisten wurden nach Hause geschickt. Ich selber besitze Dokumente, Passierscheine datiert auf den 17. Mai, aus Maribor; aufgrund dieses Passierscheins wurde eine ganze Familie nach Travnik freigelassen. Es gibt einen Mann, der schrieb ein Buch über die Leiden der Bevölkerung in Zentralbosnien. Er war damals 16 Jahre alt, kam nach Hause und die ganze Familie wurde nach Hause geschickt. Des weiteren ist mir bekannt, dass eine ganze Familie eines Mitgliedes des Ustasa-Stabes, der unsere Wohnung in Zagreb bewohnte; seine Frau und Kinder bei Bleiburg freigelassen wurden. Sie holte Ihre Sachen bei uns ab. Wir gaben sie ihr, obwohl sie unsere vier Jahre benutzt hatten. Der grösste Teil der Armee, der sich übergeben hatte, bestand aus Domobranen und mobilisierten Ustashas. Es handelte sich um Leute, die Boban und Luburic in einen neuen Krieg nicht folgen wollten. Sie dachten sich sie seien unschuldig, übergaben die Waffen und wurden von Bleiburg nach Maribor geschickt. In Maribor begann der Kreuzweg; dort wurden die Leute umgebracht und dies ist ein Verbrechen. Ich würde sogar behaupten „Verbrechen nach Karakter“ – Verbrechen ist Verbrechen; dennoch bestehen verschiedene Grade des Verbrechens; aus diesem Grunde besteht auch verschiedene zeitliche Verurteilung der Verbrechen. Die Verbrechen während des Kreuzweges wiegen schwieriger als die in der Nähe von Bleiburg während des Durchbruches der Armee. Die Verbrechen bei Bleiburg waren schrecklich, aber schrecklicher waren die Ermordungen Gefangener, die sich übergeben hatten, keine Waffen mehr besassen und abgequält waren. Dies war kein Befehl. Vielleicht handelt es sich um einen Befehl oder Erlaubnis des Jugoslawischen Geheimdienstes. Ich lass Berichte einzelner lokaler Regierungen und Parteikomitees von Nova Gradiska in denen sich das Bezirkskomitee über Ermordung von sieben Gefangenen auf dem Weg nach Stara Gradiska, 14 Gefangene im Gefängnis in Stara Gradiska beklagte. Es wird berichtet der Jugoslawischer Geheimdienst hätte in Nova Gradiska Leute ohne Verurteilung ermordern lassen und dass die Partisan nichts besser seien als die Ustasas. Man kann demnach nicht behaupten, die Ermordungen waren von höchster Stelle angeordnet, sonst würde sich das Bezirkskomitee wohl nicht gegen solch ein Vorgehen protestieren. Ich möchte hiermit nicht ausschliessen, dass es dennoch Befehle lokaler Organe des Jugoslawischen Geheimdienstes gegeben hätte. Ich besitze Dilas’ Aussage über dieses Thema. Er sagte aus, er befand sich damals in Montenegro und nach seiner Heimkehr bekam er darüber Kenntnis. Z.B. der Bruder von Svetozar Vukmanovic, ein Chetnik, verschwand. Sie wissen ja, dass um Bleiburg und auch später mehrere Tausend Slowener und 5'000 Chetniks ermordet wurden. Niemand überlebte. Die Aussagen der Augenzeugen bei Bleiburg besagen, dass Penezic befohlen haben soll, alle Chetniks zu töten. Penezic war damals Chef des Jugoslawischen Geheimdienstes für Serbien. Bei Bleiburg befand sich auch eine Zahl von Montenegrinischer Chetnilks die getötet wurden. Der Bruder von Svetozar Vukmanovic Tempo war Mittelschul- und Religionslehrer. Die Familie machte sich sorgen und dies war bekannt und die Leute haben dies nicht gutgeheissen. So hat auch Dilas nachgefragt, missbilligt, in dieser Zeit war er nicht die Sorte Mensch, der sich gegen dies auflehnte, später ja, damals nicht. Er fragte nach dem Warum und Tito antwortete mit einem Ärmelzucken:“Es war Krieg, die Bande hat weiterhin gekämpft, so töteten sie die Bande, was willst Du denn überhaupt?“ Am 26. Mai in Laibach sagte er:“Die Leute fragen was geschehen ist...“ – die Essenz dieser drei Sätze ist, dass es sich nicht um eine grosse Rede handelte – „...Die Rachehand hat den Grösstenteil genommen.„ Genau das waren seine Worte. Mit diesen Worten drückte er unmissverständlich aus, er wolle dies nicht weiterhin untersuchen und niemand wurde wegen dieser Greueltaten bei Bleiburg und auf dem Kreuzweg zur Verantwortung gezogen.
aus dem Kroatischen übersetzt: Nada Peratovic
|W|P|111208800114038826|W|P|Der kroatische Weg zur Katharsis|W|P|3/28/2005 09:18:00 PM|W|P|Zeljko Peratovic|W|P|

We could mention Zeljko Peratovic and Gordan Malic as the best examples, not to mention other journalists now. In their interpretation, the poor investigative journalism turned into demagogy and malicious, often falsified, disclosure of state secrets with the aim to personally hurt some individuals. Thus they would make a general negative picture about all of us - about the society and the state we are living in. Consequently, this state should be abolished...

As long as Peratovic is mentioning a phone call to editorial office of Zagreb Vjesnik from Australia, then it should be only said it is the metter that he, according to who knows which time, have published one of his series of peripatetic texts, in which he was dealing with theory of emigrant-teroristic-Ustash-an so on conspiracy, and with that he harmed some very alive people, using his connections consisted more or less of mentally insane people, about what Croatian police, health care and administration of justice have documents. When I called (Marko Barisic and Andrea Latinovic), because very alive people got endangered by his writing, I didn' t ask for his dismissal (anyway, I wouldn' t let him approach the newspapers, only as a reader), but I asked friendly my friends could the texts of that Peratovic be put under surveilance.

Mate Basic
Marko Barisic
Andrea Latinovic
Wrote Mate Basic, Croatian writer and journalist (in 90' s he edited and wrote in Slobodni tjednik, Zora, Panorama, Nacional, Globus) in Imotski newspapers (and 45 lines), explaining why he asked from the editorialship of Vjesnik censorship of my writing.

I' m giving here the text of Vjesnik, translated in English, which made Mate Basic angry and his Australian friends.

Vjesnik, Monday, 19 July 2004.

The threats with destiny of Milan Levar

The Croatian police has located server in Australia from which the threatning messages are arriving / Female judge (Ika Saric) in process of «Gospic group» was interested in destiny of two Croats in Australia, killed in Gospic, after they have brought subsidy from diaspora / Manolic said that Yugoslav secret police manipulated with Croatian revolutionary fraternity ZAGREB – Threatning e-mail messages, SMSes, letters and phone calls came these days to Zoran Pusic, the President of Civilian council for human rights protection, to Minister of justice Vesna Skare Ozbolt, director Nenad Puhovski, to some high-positioned people in police and state legal practise. Indirectly the threats go to President Mesic that he pay a visit to Milan Levar.

Police said that they identified the server in Australia from which the Internet messages were arriving. The owners of mobile phones who use VIP-net and Cronet, from which the threatning SMSes were coming, couldn' t be identified, because it were sent with VIPme and Simpa cards, which are anonymous.

By the content of messages and the choice of people that the messages were sent to, the motive of threatning was the action of registering and processing remained nazi criminals, which was started by the Centre of Simon Wiesenthal (CSW) from Jerusalem and its President Efraim Zuroff, and which is coordinated in Croatia the Civilian council for human rights protection (CCHR), with President Zoran Pusic.

Zoran Pusic has recently publicly complained that he started to get threats, after it was made public that CSW and CCHR gave to the state legal practise the documents which charged pensioner from Daruvar, Milivoj Asner, that he was as a chief of Ustasha police in Pozega during Second World War responsible for suffering of Jewes of that area. In the latest threats there were announced a prize: 25 thousands of American dollars to the one who kill Efraim Zuroff, 50 thousands of American dollars to the one who disseminate with the dynamite the office through which Zuroff's centre is working, and 75 thousand of American dollars to the one who gave permission for working of that centre, in which Minister of justice, Vesna Skare Ozbolt, found herself. On Saturday on Zagreb promenade she was receiving the support of worried friends and citizens who heared about that threats. The threats was mostly signed by certain «commander Domagoj», in the name of former radical Ustasha organisation from Australia – Croatian revolutionary fraternity (CRF).

That threatning action is almost identical with the one in September 2000., when after the murder of Milan Levar and the arrest of Gospic group, Domagoj and CRF, and certain General Hoop, as well, and great Croatian national-liberating council were threating with death President Stjepan Mesic, Premier at that time, Ivica Racan, the President of Serbian national party, Milan Djukic, the President of Socialistic labour party, Stipe Suvar, the President of Parliamentary council for internal politics and national security, Djurdja Adlesic, journalists Ivan Zvonimir Cicak, Davor Butkovic and Jasna Babic, the President of CCHR, Zoran Pusic, his sister, HNS (Croatian national party) President, Vesna Pusic, and President of HSP 1861.(Croatian party of right), Dobroslav Paraga.

The threats coincided with arrest of General of HVO and HV (Croatian army and Croatian Council of Defense) Ivan Andabak, under suspicion that he was a part of organisation that illegaly traded through Croatia, 600 kilos of cocaine. Namely, Andabak claimed in some interviews that he was acting as a member of CRF in emigration.

Then and now, to persons who are under threats, are charged for sins of pursuit of our heroes. As a measure of protection, the Premier of that time, Racan, got a bulletproof car.

President Mesic refused to go to opening of Olympic Games (Sydney 2000), with the excuse that he was afraid there might me somebody from Gospic, alluding on murder of Milan Levar.

The ones well-informed about the assassination on Gospic witness of war crimes say that he was leading one part of organisation of that terorist act in Australia.

- The talks about Levar' s murder took place in a cafe in Tkalcic Street in Zagreb, whose owner, shortly after Levar' s death, closed the cafe and moved to Australia, said for Vjesnik a person who reported that to Gojko Markovic, the chief of police who was leading the investigation about Levar' s murder.

Also, judge in Rijeka, Ika Saric, who was leading the process against Tihomir Oreskovic and Mirko Norac, wrote in verdict that in Gospic, besides killing of Serbian civilian, also were killed Croats. During the process she was interested in murder of two Croatian emigrants, who in autumn 1991. brought to Gospic war headquarters subsidy for defense, and asked a receipt for that.

Supposedly, they got a receipt, and after they steped out of a building of the headquarters, they were killed from the back, and their death was shown as acting of chetnic sharpshooters. With that case was dealing a former inspector from Gospic police, Tomislav Oreskovic, who in 1998. had to leave the Croatia because of threats, and today he lives under protection of German authoroties, waiting for the paper for asylum. Police in 2000. also protected the office of HSP 1861., and Dobroslav Paraga was claiminig that the messages are coming from Croatia and he knew who was sending them.

Formerly, first Croatian intelligence agent, Josip Manolic, claimed that Croatian revolutionary fraternity, which was dealing with the crime in the past, the organisation manipulated by Yugoslav secret police (Udba and KOS). The writer of several books about acting of Yugoslav secret police, Bozo Vukusic, got himself involved in a debate, saying that somebody was misusing the name of CRF, because that organisation never threatened, and was not manipulated by Yugoslav secret police, as Manolic was claiming. As soon as he got the latest threats after the news that CCHR will coordinate the action of bringing to justice the remained nazi criminals, Zoran Pusic claimed that he was worried , and that he was going to report that threats to the police, «because Milan Levar was under threats, too, and it is well known how it ended». Zeljko Peratovic

|W|P|111203765284503293|W|P|Homeland Calling from Australia|W|P|7/29/2005 03:07:00 PM|W|P|Anonymous mb|W|P|My friend, I just found myself surprised at your English, as I always do... Neverthless, could you tell me - what happened with my comment on this joke of yours, which you probably misunderstood to be an actual article? Have you moved this to the rubbish bin? No worries, frendo, half brother's still watching you, anyway, kud puklo da puklo... (M. Basic)11/09/2005 06:22:00 AM|W|P|Blogger Living in Thailand|W|P|Nice site maybe we can do something!Free SMS and Free Fax11/16/2005 07:24:00 PM|W|P|Anonymous Anonymous|W|P|hey speaking of free things try blingo for free cellfree, its free to sign up and you can win free prizes! I just won a free movie ticket! Lets win together!3/20/2005 08:48:00 PM|W|P|Zeljko Peratovic|W|P|
Epilogues of parliamentary investigation of accusations against five Croatian journalists in case Gotovina
The Council for supervision of security services of Parliament, has sent me a letter on 10 of March, in which was said that in their investigation, and marking mutual Preissue (Memorandum) of five journalists, was defined that our human rights were violated reasonlessly. The Council has sent that inference to the Committee for internal politics and national security.
On Thursday 15th, the Committee has draw a conclusion that there was founded doubt that our human rights were violated, but POA (counterintelligence service) didn' t make any illegal steps. By the Parliamentary report in 2004., POA didn't secretly supervised Ivica Djikic, Marijo Kavain, Ivanka Toma and Zeljko Peratovic, but by tracking foreign citizens under suspicion of being foreign spies, POA has overheard Gordan Malic. But, Malic is only «collateral damage», as in some previous statements said even President Stjepan Mesic.

He said that he had to compare the report he was presented with and the recent media reports stating that some reporters were placed under surveillance by the POA during the term of former POA chief Franjo Turek.

Asked if he believed that reporters were intentionally misinforming the public to obstruct Croatia's integration with the EU, Mesic said that there was no such plan, but that reporters often presented unverified information.

Mesic's statement

Nevertheless, the Committee has sent its report to the Office of Council for national security, on which also President Mesic called upon, when he at the end of 2004. asked for resignation of Josko Podbevsek, in case Puljiz, and to principal state attorney Mladen Bajic.
It is still not clear to me why are the reports of investigation has been sent to principal state attorney, if the conclusion was that Turek hasn' t made any illegal steps. Mladen Bajic has received in 2003. POA' s report about my «disinformations» that Gotovina was on vacation on island Kaprije, near Sibenik. Turek was regularlly informing Bajic, also other members in high state functions, about his operative activities in tracking of work of ICTY, right Croatian intelligence undreground, and several of us journalists, about spreading disinformations about Gotovina. POA has sent such kinds of informations to Bajic more than it were in widely known Turek' s presentation to Stjepan Mesic, Ivo Sanader, Vesna Skare Ozbolt and Marijan Mlinaric. Based on that informations, principal state attorney could in 2003. or 2004. conclude, that Turek is illegaly spying on us or that he is violating our human rights, by unsolidly slandering us for being collaborators of foreign secret services, of ICTY and that we are spreading disinformations about Gotovina.
Jarnjak and Karamarko
Ivan Jarnjak, Tomislav Matijevic and Tomislav Karamarko
Except that my human rights were violated, I did' t get the answers from my Memorandum, did POA at the end of last year opened my letters (the letter of President of Parliamentary Committee for human rights Furio Radin). Why I still have in POA the file which was filled in after 90-ties?
The Parliament did' t answer me also did POA and Military security service spy on me in 2003., in time of my writings about Gotovina's habitations in Croatia and Bosnia and Herzegovina.
If my human rights were violated by Franjo Turek's statements that I was spreading disinformations that Gotovina was in Croatia, does that mean that Parliament says that my information was right, or only that I had right to write about possible habitations of fugitive general?
Because of lots of other unclearness and feeling that I still did' t get the satisfaction, with help of attorney I will ask for new oppinions of Parliamentary Council for human rights and Public attorney of Croatia.
I will also prepare statement of claim against UPI and Washington Times, because I have at least the official confirmation that I' m not the spy of MI-6.
I also plan to sue Republic Croatia for endangering of human rights.
This conclusions of Parliamentary Committee, on whose head is prominent member of ruling party HDZ, Ivan Jarnjak, did not make any better the situation of my human rights. My texts about problem of secret services are still not publishing, situation about Gotovina, investigations about war crimes, organized criminal activity.
So, my writings, from the side of Government of Ivo Sanader, are still considered as «disinformations which could damage the interests of Croatia».
I don' t think that I'm damaging the interests of Croatia if I warn that for entering in EU (which is proclaimed interest of Croatia) is bad because somebody from the government (neverthless if that is Mesic, Sanader, Bajic or Karamarko) submited British non paper with suggestions how disable the net of Gotovina's helpers.
I think that Carla Del Ponte is right when she says that she gives the informations to the Croatian government about Gotovina and his helpers, and at the same time the informations leak to Gotovina and his net, and end up in medias which support him Nacional and Hrvatski list.
I' m afraid that investigation about spying and slandering of Croatian journalists will be used only for accusation against Franjo Turek, that he obstructed the work of ICTY.
Ivica Djikic in Feral Tribune, number 1017. warns that agents of Tomislav Karamarko prepare accusing suggestion against Turek, and that accusation should be of use for the government as an evidence for fully cooperation with ICTY (without to detect, arrest and deliver Ante Gotovina). Supposedly, the government believes that with the accusation against Turek will get inclination of Carla Del Ponte and EU and in June or July we might start the negotiations with EU.
If the government concentrates only on sacrifising Franjo Turek, and not do anything to check informations is Gotovina moving in area Middle Dalmatia-Lika (Udbina)-Grahovo-Glamoc-Livno-Western Herzegovina, I think by the summer Carla Del Ponte will have negative oppinion about full cooperation with ICTY.
By my informations, the tactics of waiting for fugitive general to cross from Croatia to Bosnia, after what the Croatian government will inform EUROFOR, who will than arrest him in helicopter landing operation, even now appears to be failure.
Gotovina's lobby – retired generals Ante Roso, Markica Rebic, brother Boro Gotovina, Zeljko Dilber, Ante Zoni Maksan and others from his net, stimulate bad mood against the government of Ivo Sanader – distribution of posters and leaflets with support to Gotovina, establishing new association of war invalids, which will lead anti ICTY demonstrations...
Boro Gotovina even publicly threats to everybody to suffer adversity if the fovernment set off on his brother.
I don' t know why public shouldn' t know that investigation about POA and five journalists was of the most benefit for Tomislav Karamarko, who by its conclusions, gets more and more power in Croatian intelligence community. Government, the President' s Office, and Parliament already unofficialy considering his lawful suggestion to establish again Office for national security, which would control the work of military and civilian agency. Karamarko intends to abolish Intelligence agency (former HIS) and attach it to POA.
On the other side, the investigation about POA, was of benefit for Sasa Perkovic, who at the middle of 2004. had to leave the job of chief' s assistant of Intelligence agency under pressure of Premier Sanader, and with some of his movements helped to fugitive tycoon Hrvoje Petrac.
When Gordan Malic's text appeared in Globus that Franjo Turek was accusing Sasa Perkovic and his father Josip Perkovic for cooperating with former chief of police Ranko Ostojic, without waiting the results of Parliamentary investigations, President Mesic appointed Sasa Perkovic for his adviser for national security. Circles close to President' s office say that Sasa's father is now known high functionry of Yugoslav secret police (UDB-a) Josip Perkovic, made such influence on President Mesic, that he asked to his son in law Darko Grdic, employed in Croatian mission in NATO, become new chief of Headquarters of military forces of Republic Croatia.
By sources close to government of Ivo Sanader, Josip Perkovic intruted himself for main adviser of Tomislav Karamarko on planning actions of POA, by which should be shown that Croatia is doing all in its power to implement full cooperation with ICTY.
I' m critical about that scenario because I think that is antilustrational.
Franjo Turek didn' t commit most of his sins only by his own guilt, but it was order from the politics. Intelligence agents who drew benefit now are not better than him, even they have much bigger professional stains in the past.

Punishing Turek will not get Croatia any closer to Europe, or bring reversal in political manipulations of secret services. On the contrary, this is only another one in the queue of manipulations.

|W|P|111135089834163266|W|P|Five Croatian journalists in case Gotovina|W|P|3/09/2005 12:24:00 AM|W|P|Zeljko Peratovic|W|P|Kroatische Parlament Zeljko Peratovic und Tin Gazivoda, Centrum voor mensenrechten
WDR-3-Tageszeichen Redaktion: Morten Kansteiner Autor: Vlado Konstantinovic Länge: ca 5’ Sendedatum: 03.03.2005
Kroatische Journalisten wegen Gotovina im Kreuzfeuer der Geheimdienste (Real Player)
Kroatien fiebert einer EU-Aufnahme entgegen. Die Verhandlungen darüber sollen am 17. März beginnen, doch ob sie wirklich stattfinden, ist noch längst nicht geklärt. Die EU hat der Regierung in Zagreb eine Bedingung gestellt, die innenpolitisch kaum lösbar erscheint: Kroatien soll den mutmaßlichen Kriegsverbrecher General Ante Gotovina an das Internationale Tribunal für Ex-Jugoslawien in Den Haag ausliefern. Dieser ist aber, trotz aller Bemühungen der kroatischen Polizei und der Geheimdienste, seit 2001 untergetaucht und, laut Regierung, unauffindbar. Dem entgegen behaupten einige kroatische Journalisten, sie hätten Gotovina mehrfach mitten in Kroatien loziert. Und, ausgerechnet die kroatische Spionageabwehr habe ihm bei seinem vierjährigen Versteckspiel mit dem Haager Tribunal geholfen. Nun beschuldigt die kroatische Spionageabwehr sechs führende investigative Journalisten, gegen die Interessen Kroatiens gearbeitet und bei ihren Recherchen Kontakte zu ausländischen Geheimdiensten unterhalten zu haben. Kurz: sie werden öffentlich des Landesverrats bezichtigt. Vlado Konstantinovic über den Krieg der kroatischen Geheimdienste mit Journalisten. O-TON (1) Übersetzung: Ich bin sozusagen „auf Eis gelegt worden“, angeblich aus formellen Gründen. Meine Zeitung „Vjesnik“ wartet ab, was der Parlamentsausschuß über die Anschuldigungen gegen mich sagen wird. Meine Redaktion will meine Recherchen über den flüchtigen General Gotovina und die Rolle, die der Geheimdienst dabei spielt, nicht drucken, bis die Staatsspitze diese Frage gelöst hat. Intern hat man mir vorgeworfen, ich würde einen Privatkrieg führen... Meine professionelle Existenz und mein Ruf als Journalist stehen offenbar zur Disposition. Meine Zeitung gönnt mir nicht einmal eine Chance, mich zu verteidigen. TXT-1- Zeljko Peratovic, Reporter der Tageszeitung Vjesnik über die Auswirkungen der öffentlichen Kampagne, die die kroatische Spionageabwehr POA gegen ihn und fünf weitere Journalisten führt. Peratovic hat sich als Rechercheur von heiklen Themen einen Namen gemacht: mehrfach hat er kroatische Kriegsverbrechen aufgedeckt und die Zusammenwirkung der höchsten staatlichen Instanzen mit den Exekutoren vor Ort dokumentiert. Vor einem Jahr bekam er dafür den Preis der Internationalen Journalistenorganisation „Reporter ohne Grenzen“. Peratovic hat unter anderem Beweise und Zeugenaussagen gesammelt, die für Franjo Turek, den langjährigen Chef der kroatischen Spionageabwehr, höchst unangenehm sind. Denn sie belegen, dass Turek an der Ermordung von zweihundert serbischen Zivilisten und kroatischen Gegnern des damaligen Präsidenten Franjo Tudjman in der Stadt Gospic 1991 beteiligt war. Peratovics Hauptzeuge, der über diese Massenerschießung auch vor dem Haager Tribunal ausgesagt hat, wurde danach ermordet. Obwohl der Krieg in Kroatien bereits zehn Jahre zurückliegt, bekleiden einige Hauptakteure des damaligen staatlichen Terrors immer noch hohe Ränge in den kroatischen Geheimdiensten und tun alles, um ihre Rolle im Krieg zu vertuschen. Der Journalist Peratovic weiß, dass er zeitweise abgehört wurde. O-TON (2) Übersetzung: 47 Ich bin unter ständiger Observierung der Spionageabwehr des Franjo Turek gewesen, schon seit dem Jahre 2000. Ich war mit dem ermordeten Haager Zeugen Milan Levar gut befreundet und er hat mir seine Erkenntnisse über die Verbrechen von Gospic anvertraut. Ich hatte auch Beweise über die dubiose Rolle des Franjo Turek. Er war nämlich im Stab des Stadtkommandeurs tätig, der nachweislich diese Verbrechen angeordnet hat. Turek soll auch dabei gewesen sein, als die Listen für die Liquidationen zusammengestellt wurden... Nicht zufällig, sondern als Bevollmächtigter des Innenministeriums – bzw. der heutigen Spionageabwehr. Dies ist der Grund, warum Franjo Turek mich ins Visier genommen hat. TXT-2- Dann kam der Fall des untergetauchten kroatischen Generals Ante Gotovina. Das Haager Tribunal hat gegen ihn Anklage erhoben, weil seine Truppen bei der Erstürmung der serbisch bewohnten Gebiete Kroatiens im Jahre 1995 tausende Zivilisten exekutierten. Nach Gotovina fahnden seit 2001 sowohl die kroatische Geheimpolizei als auch Ermittlerteams des Haager Tribunals. Die kroatische Regierung hat ihnen die Kooperation der kroatischen Dienste vor Ort zugesagt. Der Austausch von Ermittlungsergebnissen sollte dabei weiterhelfen. Doch offenbar hatten Teile der kroatischen Geheimpolizei kein Interesse daran, daß der Gesuchte auch gefaßt wird. Im Gegenteil: Die Spionageabwehr unter Franjo Turek ließ sowohl die ausländischen als auch die kooperativen kroatischen Fahnder beschatten und abhören. Ihre Kontakte zu Journalisten, die Gotovinas Verstecke in Kroatien immer wieder aufdeckten, wurden observiert. Gotovina konnte regelmäßig - im letzten Augenblick - entwischen. Im letzten Sommer ließ die kroatische Spionageabwehr sogar britische Fahnder des Haager Tribunals hochgehen, indem sie ihre Identität veröffentlichte. Turek erklärte danach, er habe lediglich ausländische Spione und ihre lokalen Agenten und Helfershelfer observieren lassen – womit er auch die Journalisten meinte. Der Geheimbericht mit ihren Namen wurde der lokalen Presse zugespielt. Die ausländischen Fahnder fuhren frustriert nach Hause. Und die Journalisten kämpfen nun um ihren Ruf, obwohl Turek auf Druck der EU und des Haager Tribunals seinen Hut nehmen mußte. Am Vorabend der EU-Beitrittsverhandlungen versucht der kroatische Präsident Stipe Mesic den Krieg zwischen den verschiedenen Fraktionen seiner Geheimpolizei zu beenden. Außer Turek sind weitere Geheimdienstler, die die Fahndung nach Gotovina sabotierten, entlassen worden. Und gerade diejenigen Geheimpolizisten, die Turek beschattete und als Verräter beschuldigte, sind neue Berater des Präsidenten für die Zusammenarbeit mit dem Haager Tribunal geworden. Für Zeljko Peratovic und seine Journalisten-Kollegen, die ins Kreuzfeuer der Schlapphüte geraten sind, ein schwacher Trost. Ihre berufliche Reputation bleibt geschädigt, solange ihre Bemühungen um Aufdeckung der Kriegsverbrechen in Kroatien als Landesverrat abgestempelt werden. O-TON (3) Übersetzung: Ich glaube, daß wir unseren Kampf bis zum bitteren Ende durchstehen müssen. Auch Journalisten sollen ihre Genuugtung bekommen. ... Mesic will die Geheimdienstler, die Turek verfolgt hat, an sich binden. Wir Journalisten werden wieder alleingelassen, mißbraucht als Kanonenfutter in einem internen Kämpf der kroatischen Geheimdienste. Deswegen müssen wir darauf bestehen, daß diese Affäre endgültig aufgeklärt wird, daß sich die Regierung bei uns öffentlich entschuldigt und erklärt, daß wir keine Spione sind, sondern Journalisten, die ihre Aufklärungsaufgaben ernst nehmen.
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